Wunderwerk Körper

Dank der heutigen Wissenschaft und bildgebenden Scans kann sichtbar gemacht werden welche Selbstheilungskräfte der Körper und das Gehirn besitzen. Wusstest du, dass der Körper mehr als 2000 Eigenmorphine hat die du bewusst freisetzen kannst? Zum Beispiel durch die Anwendung von Atem- und Entspannungstechniken, Meditation, Achtsamkeitsübungen und vieles mehr. Auch durch das ausüben deiner Leidenschaften, sowohl beruflich als auch privat, und durch erfüllende zwischenmenschliche Beziehungen /Partnerschaften werden Endorphine (Glückshormon & Schmerzstiller) ausgeschüttet.

Hole dich ins Hier und Jetzt

Lerne Wertzuschätzen und dankbar zu sein für das was ist. Richte den Blick auf das Wesentliche in deinem Leben und häng dich nicht an Kleinigkeiten auf. Dein Körper reagiert auf deine Gedanken, Empfindungen und Emotionen. Um deine Selbstheilungskräfte zu aktivieren und den Heilungsprozess in Gang zu setzen ist es wichtig sich seiner selbst bewusst zu werden. Lenke den Fokus immer wieder auf die Schmerzfreien und schönen Momente in deinem Leben. Das lenkt nicht nur von deinen Beschwerden ab auch dein Körper lebt dadurch im Hier und Jetzt, die Zellen regenerieren sich, richten sich Neu aus und fangen an zu heilen. Es bieten sich Tag täglich mehrere Gelegenheiten, um diese Wunderwaffe an Hormonen freizusetzen, du solltest dir dessen nur bewusst werden. Deshalb ist es wichtig, dass du dich während des Tages immer wieder ins Hier und Jetzt holst. Bist du in Gedanken, redest und denkst über vergangenes oder die Zukunft nach, lebt auch dein Körper in der jeweiligen Zeitzone. Mehr dazu findest du unter https://www.physiotherapie-koerperleicht.com/mehr-bewegungsfreiheit/. Du brauchst nicht gänzlich damit aufzuhören Zukunftspläne zu schmieden oder aus deiner Vergangenheit zu erzählen, sei dir jedoch dessen bewusst und vergesse dabei die Gegenwart nicht.

Tips und Tricks für mehr Achtsamkeit 

6 Sekunden Ritual von Neal Donald Walsch. Richte mehrmals täglich für ca 6 Sek. deine Aufmerksamkeit auf eine Tätigkeit oder Situation die du gerade erlebst und nehme alles bewusst über deine Sinne wahr ohne zu bewerten. 

Raus aus der Routine mit dem 10 Minuten Ritual. Mache täglich 10 Minuten lang etwas, dass du zuvor noch nie oder schon lange nicht mehr gemacht hast. Lasse es spontan entstehen indem du dich  fragst, was könnte ich heute Neues ausprobieren? Was Wollte ich schon lange mal wieder machen? Es darf natürlich auch länger als 10 Minuten sein. Du wirst erstaunt sein was du im Alltag täglich Neues erleben kannst, dass du zuvor noch nie wahrgenommen hast. 

Fang an bewusst zu Atmen, indem du mehrmals am Tag inne hälst und tief durch die Nase ein und möglichst lange durch den Mund wieder ausatmest. Dadurch wird dein Körper wieder mit Sauerstoff versorgt und du fühlst dich klarer, wacher und natürlich aufmerksamer. Mehr dazu findest du unter: https://www.physiotherapie-koerperleicht.com/in-der-ruhe-liegt-die-kraft/

Bewusst gehen, eine einfache und dennoch geniale Übung die dich aufrecht ins Hier und Jetzt holt. Wenn du das nächste Mal unterwegs bist, beobachte deinen Blick oder diverse Tätigkeiten die du neben dem gehen ausübst. Dann halte deinen Blick leicht gesenkt und schaue geradeaus, fokussiere dich auf etwas das 5 – 10 Meter von dir entfernt liegt und gehe darauf zu. Konzentriere dich ausschließlich auf deine Schritte und dein Ziel. Dadurch gehst du automatisch aufrechter und kommst ins Hier und Jetzt. Schweift dein Blick hin und her, ist dein Gehirn mit der Reizverarbeitung beschäftigt und du gehst unbewusst, in einer Schonhaltung oder schlampig. Diesen Trick benutzen auch Laufstegmodels. Die Übung ist ebenso besonders empfehlenswert nach einer Verletzung am Bein oder Fuß, um von der Schonhaltung schnellstmöglich wieder zu einem normalen Gangbild zu gelangen.

Freestyle ist wie immer erwünscht, meine Vorschläge sollen diech inspirieren oder dir als Starthilfe dienen. Jedoch sind der Individualität keine Grenzen gesetzt. Endecke deine Art Achtsam zu sein.

Ein entspannter Mensch ist ein gesunder Mensch (chinesisches Sprichwort)

  • Deine innere Einstellung über Krankheit, Schmerzen oder andere Leiden ist mit das Wichtigste überhaupt. Fang an und richte deine Konzentration auf Heilung aber ohne dich zu sehr darauf zu versteifen. Geh mit Geduld an die Sache heran.
  • Die Körperheilung unterliegt „eigenen Gesetzen“, welche jedoch nur bedingt beeinflussbar sind. Gebe deinem Körper die nötige Zeit die er braucht um zu heilen. Deine Hauptaufgabe im Heilungsprozess ist es, dem Körper optimale Bedingungen zu schaffen, um gesund zu werden. Sei täglich dankbar, für alles was dir in den Sinn kommt und was du noch machen und erleben kannst, trotz der Schmerzen. Der Mensch neigt dazu seinen Fokus erstmal auf das Negative zu richten. Evolutionsbedingt war das sehr wichtig für die Menschheit, sonst hätten wir kaum überleben können. Jedoch in der heutigen Zeit, wo uns weniger Gefahr droht, dürfen wir unseren Fokus vermehrt auf das Positive richten.
  • Menschen die eine positive und lebensfrohe Grundeinstellung sich selbst und dem Leben gegenüber haben, beschäftigen sich nur bedingt mit der ganzen Materie des krank seins. Sie richten ihre Konzentration voll und ganz darauf wieder gesund zu werden. Und sorgen täglich auf´s Neue dafür, dass es ihnen stets besser geht.
  • Der Körper besitzt mehrere Gedächtnisarten, unter anderem auch ein Schmerzgedächtnis. Richtest du deine Gedanken und deine Konzentration zu sehr auf die Schmerzen werden diese dadurch verstärkt. Nehm die Schmerzen zur Kenntnis und spüre was dein Körper braucht, damit es dir besser geht. Mehr dazu findest du unter https://www.physiotherapie-koerperleicht.com/mehr-bewegungsfreiheit/
  • Halte deine Augen und Ohren offen, sei wachsam dir selbst und deiner Umwelt gegenüber. Könnte ja sein, dass dir ein Bekannter von seinem Heilungsprozess erzählt und von den Menschen die ihm dabei begleitet haben. Oder du erhälst wichtige Informationen durch einen Artikel, Blogpost, Fernsehbeitrag oder andere Quellen die dir für diene Heilungsprozess nützlich sein können. Bist du unaufmerksam und zu viel mit deinen Gedanken beschäftigst, könntest du die ein oder andere Chance verpassen.
  • Die Chemie zwischen Arzt, Therapeut und Therapiemethoden muss stimmen. Ist das nicht der Fall, wird es für beide unnötig schwer. Hast du das Gefühl, dass du dich nicht gut aufgehoben und verstanden fühlst dann sprich es an.
  • Du solltest durch die Behandlungen das Gefühl bekommen, dass sich eine stetige Verbesserung deiner Beschwerden einstellt, egal wie lange du die Beschwerden schon hast. Ist das nicht der Fall, macht es wenig Sinn diesen Weg weiter zu gehen. Trau dich und rede offen darüber. Ohne Schuldzuweisung, wohlgemerkt!!!!
  • Wissen ist Macht, hole dir Informationen ein. Allerdings solltest du dich nicht zu viel informieren und ausprobieren. Die Signale deines Körpers haben mehr Gewicht als jedes Wissen. Durch zu viel Wissen kann die Verbindung zwischen Körper und Geist blockiert werden. Misstrauen gegenüber deinem Arzt/ Therapeuten kann sich einstellen, wenn du meinst einiges besser zu wissen.
  • Heilung ist nicht immer mit dem Verstand zu greifen. Oftmals kommt die Erkenntnis erst hinterher. Hauptsache es hat dir geholfen, es geht dir besser und du wirst wieder gesund.

Ob Schulter- und Nackenschmerzen, immer wiederkehrende Rückenschmerzen, ISG Beschwerden & Co., um auf Dauer die Symptome zu lindern und davon befreit zu werden, ist es wichtig auf die Ursache der Beschwerden zu kommen. Betrachtet man den Menschen als Ganzes, sollten auch die einzelnen Beschwerden, Symptome und Krankheiten und deren Ursache als zusammenhängend betrachtet werden. Ähnlich wie beim Butterflyeffekt wirkt sich eine Veränderung auf den gesamten Körper/Organismus sowohl positiv als auch negativ aus.

Die Wirbelsäule und deren Aufgaben

Der Informationsaustausch zwischen Gehirn, Extremitäten (Arme, Beine) und den Organen findet über die Wirbelsäule statt. Um die einzelnen Verbindungen im Körper besser verstehen zu können erklärt sich anhand des folgenden Beispiels: das Knie wird aus dem Segment, dass aus dem dritten und vierten Lendenwirbel entspringt, nerval versorgt (Segment: ein Nervenpaar das der Wirbelsäule entspringt, (L3/4)) und von Nervenpaaren die zwischen dem neunten Brustwirbel und dem zweiten Lendenwirbel entspringen (Th 9-L 2),  ( L= Lendenwirbelsäule, Th= Brustwirbelsäule). Das Rückenmark ist Teil des Zentralen Nervensystems und verläuft innerhalb des Wirbelkanals, erfährt jedoch keine genaue Zuordnung von welcher Struktur die Information kommt, sondern nur eine Meldung aus einer der Strukturen die aus dem besagten Segment versorgt wird. Wie in unserem Fall, das Knie. Die Zuordnung der einzelnen Versorgungsgebiete umfasst also immer mehrere Strukturen (Muskeln, Gelenke, Organe u.s.w). Die Ursache für die Anfälligkeit des Knies liegt vermutlich im unteren Brustwirbelsäulen- und Lendenwirbelsäulenbereich oder aber an einer Narbe die sich in dieser Region befindet. Da der Bauchnabel auf Höhe des dritten Lendenwirbels liegt und die Versorgung vom Knie aus dem gleichen Segment stattfindet besteht also eine Verbindung. Da Organe keine Schmerzmelder haben reagieren diese im Falle eines Ungleichgewichts anders als z.b. ein Muskel oder ein Gelenk. Somit meldet sich das Organ durch Verdauungsbeschwerden, abweichenden Blutwerten, häufiges Wasserlassen oder ähnliches. Viel früher aber schon sendet das Organ Signale an die Wirbelsäule das etwas nicht stimmt, der Körper weiß allerdings nicht woher genau die Meldung kommt. Somit sendet er Informationen an alle Versorgungsgebiete. Das Organ nimmt jeweils auf die Körperhälfte auf der es liegt überwiegend Einfluss. Liegt ein Organ über beiden Körperhälften kann es auch beidseitig Beschwerden verursachen.

Beschwerden im unteren Rücken

Einseitige Schmerzen im unteren Rücken mit einem Ausstrahlungsschmerz über das Gesäß bis in den Oberschenkel werden häufig einem blockierten ISG (Iliosakralgelenk) zu geschrieben. Wer diese Beschwerden kennt und selbst darunter leidet wird sehr wohl wissen, dass eine langfristige Beschwerdefreiheit oftmals ausbleibt. Um auf Dauer davon befreit zu werden ist es zu aller erst wichtig abzuklären, ob es sich überhaupt um eine reine ISG Symptomatik handelt.

Befund einer reinen ISG Symptomatik

  • Ausstrahlender Schmerz bis ins Bein. Das Gelenk wird aus dem Nervenpaar, das zw. dem dritten und vierten Lendenwirbel entspringt versorgt. Daher ist das Hautareal an der Oberschenkel Außenseite bis zum Knie, das Ausstrahlungsgebiet. Meistens ist in diesem Fall ein Sturz oder das Übersehen einer Treppenstufe die Ursache.
  • Sitzt der Schmerz im Gesäß deutet das auf eine Schwachstelle vom 3. Lendenwirbel oder dem 12. Brustwirbel hin. Dessen Dermatome (Hautareal, dass von einem Rückenmarksnerv versorgt wird) in der Mitte vom Gesäß sitzt und oberhalb vom Beckenkamm.
  • Bei einer tatsächlichen ISG Blockade rate ich auf jeden Fall zu einer physiotherapeutischen oder ärztlichen Behandlung.

In den meisten Fällen liegt keine reine ISG Blockade vor. Kommt es trotz mehrfacher Mobilisierung und zahlreichen Therapien immer wieder zu Beschwerden deutet das wohl darauf hin, dass die Ursache wo anders liegt.

Mögliche Ursachen

  • Körperhaltung: die Übergänge Hals- und Brustwirbelsäule, Brust- und Lendenwirbelsäule sowie Lendewirbelsäule und Kreuzbein werden stark belastet. Findest sich hier eine Schwachstelle sollten diese durch gezielte Mobilisation z.B durch gezielte Physiotherapie, Osteopathie oder von einem Arzt behandelt werden.
  • Durch Eigentherapie empfiehlt sich die Dorn Methode und Bewegungsübungen z.B Faszientraining.
  • Narbenbehandlung: mehr dazu siehe https://www.physiotherapie-koerperleicht.com/narbenbehandlung/
  • Organisch: Aufgrund der überlappenden nervalen Versorgung von Organen und Gelenken. Anzeichen hierfür: empfindlicher Magen- und Darmtrakt, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, chronische Infekte, Menstruationsbeschwerden. Vom Arzt abklären lassen, lieber einmal zu viel als zu wenig nachgeschaut. Hier empfiehlt sich Organgymnastik nach Gabi Fastner; Meridiandehnung
  • Durch Schwangerschaft und Geburt

Behandlungsmethoden & Therapievorschläge

  • Achte auf Behandlungsmethoden mit einem ganzheitlichen Therapieansatz.
  • Ein wichtiger Akupressurpunkt liegt am Gesäß, lege deine flache Hand hinter dem Oberschenkelkopf auf, die Fingerspitzen zeigen dabei nach außen. Mittels sanftem Druck ca 3-5 Minuten lang massieren. Meist schmerzhaft, die Schmerzspitze sollte nach ca. 30 sek. nachlassen. Möglichst täglich für 10 -14 Tage.Wärmeanwendung, durch Entspannungsbäder oder einem Wärmekissen. Verschlimmert die Wärme die Beschwerden kann das auf eine Entzündung hinweisen.
  • Besorg dir unbedingt eine Schmerzsalbe auf pflanzlicher Basis (z.B Weihrauchcreme, Johanniskrautöl, Tigerbalsam) und trag diese täglich auf deine Schmerzbereiche auf, solange bis du wieder beschwerdefrei bist. Das empfiehlt sich auch bei anderen Beschwerden und Schmerzzuständen.
  • Beweglichkeit und Stabilität der Wirbelsäule, Schwerpunkt Brustwirbelsäule und Becken verbessern. Durch gezielte Dehnungs-und Bewegungsübungen. Tolle Videos findest du bei YouTube: z.B von Gabi Fastner, Tamay Jentjens oder Posture Makeover
  • Überprüfe deine Einstellung und deine Glaubenssätze im Bezug auf die Beschwerden.

Quelle: INOMT, MT Kurs

Trennung von Körper & Geist

So lange es uns gut geht, neigen wir dazu, unserem Geist zu folgen und überhören gekonnt die Signale des Körpers. Wir haben verlernt auf die Bedürfnisse des Körpers zu achten und ihm zu vertrauen. Bewusstes Bewegen & Atmen, eine ausgewogenen Ernährung, Achtsamkeitsübungen und Psycho Hygiene unterstützen dich dabei „wieder“ eins zu werden mit deinem Körper. Er bedankt sich dafür mit strahlender Gesundheit, Vitalität und Energie.

Bewegung hemmt den Schmerz und aktiviert die Selbstheilungskräfte

Wir bewegen uns überwiegend in gewohnten Bewegungsmustern, ob in der Arbeit, privat oder beim Sport. Der Körper hingegen liebt es, wenn wir aus diesen gewohnten Bewegungsmustern ausbrechen. Tun wir das nicht, oder zu wenig, werden wir steif und unbeweglich. Der Körper baut mit den Jahren immer mehr ab und wird anfällig für Verletzungen und Krankheiten. Daher ist es kein Wunder wenn überanstrengende Arbeiten und ungewohnte Bewegungsabläufe einen schnell mal außer Gefecht setzen können. Prompt erwischt es einen und man kann sich nur noch eingeschränkt und unter Schmerzen bewegen. Jetzt sollten wir erst recht anfangen uns zu bewegen, aber nicht wie gewohnt, sondern körperbewusst und achtsam die Bewegungen ausführen. Mehr dazu findest unter https://www.physiotherapie-koerperleicht.com/mehr-bewegungsfreiheit/

Reizverarbeitung

Unser Körper besitzt Rezeptoren, welche die Bewegung und andere, die Schmerz an das Gehirn weiterleiten. Jedoch kann jeweils nur ein Reiz das Tor im Gehirn, wo diese Meldungen verarbeitet werden passieren (Gate Control System). Da die Bewegungsmelder schneller sind als die Schmerzmelder, hemmt Bewegung den Schmerz. Somit kannst du durch gezieltes Bewegen Schmerz- und Verspannungszustände, Arthrose, Bandscheibenvorfall und zahlreiche anderen Beschwerden positiv beeinflussen und deine Selbstheilungskräfte aktivieren.

Mach dir dieses Prinzip zu nutze

Lasse dich nicht von den Schmerzen ausbremsen und einschüchtern. Damit ist nicht gemeint sie zu übergehen oder zu ignorieren, sondern bewege dich langsam in den Schmerz hinein und beobachte, ob er sich mit der Zeit abbaut. Tut er das nicht, dann probiere andere Bewegungsrichtungen aus, reduziere dein Tempo oder gönne dir eine Pause.

  • werde dir jeden Tag aufs Neue bewusst, welche Bewegungsabläufe dein Körper heute braucht. Es ist nicht jeder Tag gleich!
  • Gehe nicht über deine Grenzen, sondern lerne zu erst die Grenzen deines Körpers kennen, die er dir schließlich vorgibt in Bezug auf deinen Heilungsprozess. Spüre deinen Körper. Was braucht er? Werden die Beschwerden in Ruhe oder durch Bewegung besser?
  • Unterschwelliger Schmerz, Unwohlsein, fühlt sich komisch an sind Schmerzmelder die Alarm schlagen, der Körper verlangt nach Ruhe und gegebenenfalls nach ärztlicher Versorgung.
  • Bewege dich langsam und dosiert in den Schmerzbereich hinein. Hier gilt: die Schmerzspitze sollte nach ca. 30 sec. nachlassen und sich immer weiter abbauen. Somit bewegst du dich in einem wohltuenden Schmerzbereich, dass bedeutet: es darf ruhig ziehen und drücken, solange sich dieser Zustand immer wieder beruhigt. Solltest du die Intensität steigern, wird sich der Schmerz folge dessen wieder aufbauen.
  • Baut sich der Schmerz  nicht ab, dann überprüfe deinen Bewegungsablauf und dein Tempo, verändere beide nach deinem Ermessen.
  • Entscheidend ist das Richtige Maß an Belastung und Entlastung.

Quelle: INOMT/ MT Kurs

Ein chinesisches Sprichwort besagt, dass „ein entspannter Mensch ein gesunder Mensch ist“. In einem schnelllebigen Alltag kommt jedoch die Zeit, die der Körper und der Geist brauchen, um sich zu erholen und zu regenerieren oftmals zu kurz. Eine ständige Reizüberflutung der Sinne (sehen, hören, riechen, schmecken), überlastet auf Dauer das Nervensystem, das wiederum, macht sich im gesamten Körper bemerkbar. Ebenso werden lebensnotwendige Bedürfnisse wie regelmäßig essen, ausreichend schlafen und Bewegung gerne außer acht gelassen. Die Folge daraus sind lästige Alltagswehwehchen, Erschöpfungszustände bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Befindest du dich nun schon über längere Zeit in dieser Tretmühle des ungesunden Funktionierens, fällt es erst mal schwer, deine Gewohnheiten zu ändern. Den ersten Schritt hast du bereits gemacht, mit dieser Erkenntnis.  Als hilfreichen zweiten Schritt kannst du deinen Körper dabei unterstützen, seinen Job machen zu können, indem du täglich deinen Ruhe-und Selbstheilungsnerv aktivierst.

Nervus Vagus (Ruhe- und Selbstheilungsnerv)

Der N.Vagus, der Umherschweifende, genannt nach dem lat. Wort „vagabundierend, umherziehend“ zieht vom Hirnstamm zur Brust in den Bauchraum. Er dient dem Stoffwechsel, der Erholung und dem Regenerieren körpereigener Reserven. Als Teil des Vegetativen Nervensystems, dass aus dem Parasympathikus (N.Vagus), Sympathikus (Leistungsnerv), und Enterischen Nervensystem (Darmnervensystem) besteht, steuert er autonome (unwillkürliche) Prozesse im Körper mit.

Nervenverlauf und Aufgabe

Der Neue (ventrale) Ast versorgt und steuert das obere Drittel der Speiseröhre, einen Großteil der Rachenmuskeln und reguliert das Herz und die Bronchien. Der Alte (dorsal) Ast versorgt die unteren zwei Drittel der Speiseröhre. Er steuert die Magenfunktion, die Verdauungsdrüsen, die Leber und Gallenblase sowie die Passage durch den Darm (mit Ausnahme des absteigenden Dickdarms). Das Autonome Nervensystem des Menschen dient dafür, das Überleben des physischen Körpers sicherzustellen. Die wichtigsten Aufgaben sind es, Ruhe und Ausgleich zu schaffen. Die einzelnen Fasern verlaufen innerhalb eines Kanals und haben oft unterschiedliche Aufgaben, jedoch sind alle an der Nahrungssuche (aus unserer Zeit als Jäger und Sammler), an der Kaufunktion, am Schlucken und Verdauen sowie an der Ausscheidung von unverdauter Nahrung über den Stuhl beteiligt.

 Beschwerden, die durch das VNS ausgelöst werden

  • Chronische körperliche Verspannungszustände
    • Rückenschmerzen / Migräne / Zähneknirschen / Kalte Hände und Füße / Arthritis
  • Herz- und Lungenprobleme
    • Brustschmerzen / Kurzatmigkeit / Herzrhythmusstörungen / Asthma / Bluthochdruck
  • Funktionsstörungen innerer Organe
    • Verdauungs- und Magenprobleme / Sodbrennen / Übermäßiges Essen / Appetitlosigkeit
  • Probleme mit dem Immunsystem
    • Infektanfälligkeit / Allergien
  • Psychische Probleme
    • Reizbarkeit/ Groll / Energiemangel / Gefühl von Hoffnungslosigkeit / seelisch „angeschlagen“
  • Verhaltensprobleme
    • Vermehrtes Trinken oder Rauchen / Häufige Unfälle oder Verletzungen / Autismus,/ ADHS
  • Zwischenmenschliche Beziehungen
    • übermäßiges oder unangebrachtes Misstrauen / mangelnde Kompromissbereitschaft        
  • Mentale Probleme
    • Konzentrationsschwierigkeiten / Gedächtnisprobleme / Entscheidungsunfähigkeit

Ziele der Übungen

  • verbessert die Beweglichkeit der Wirbelsäule, dass verschafft dem Nervenverlauf Platz, er wird besser durchblutet und kann seiner Arbeit nachgehen.
  • erhöht die Durchblutung des Hirnstammes (Ursprung der fünf Hirnnerven des sozialen NS)
  • die Augenmuskeln (ca.43 Muskeln) werden stimuliert und entspannen sich dadurch.
  • die oben genannten Beschwerden werden positiv beeinflusst und deine Selbstheilungskräfte aktiviert.

Ausführung der Basisübung

Teste vorab, ob deine Kopfdrehung eingeschränkt ist oder du eine Steifigkeit wahrnimmst. Nehme eine bequeme Position in Rückenlage ein. Verschränke nun deine Finger ineinander und lege deinen Hinterkopf darauf ab. Das Gewicht des Kopfes soll bequem auf den verschränkten Fingern liegen. Durch diese Position erreichst du eine Streckung in der Halswirbelsäule und weiterführend der gesamten Wirbelsäule. Richte deinen Blick nach rechts, soweit das problemlos möglich ist und halte dabei deinen Kopf gerade. Halte diese Position für 30 – 60 sek. oder bis du beginnst zu seufzen, gähnen oder schlucken. Bevor du dann nach links schaust, halte den Blick einen Moment gerade, damit sich deine Augen neutralisieren können. Hast du eine Einschränkung in einer von deinen Schultern, dann kannst du die Übung auch nur mit einem Arm ausführen.

Wichtig

  • Beginne immer herzfern (links).
  • Die Übungen jeweils 30 – 60 Sek. lang halten, jeweils einmal pro Seite. Sollte es dir schwer fallen den Blick zu einer Seite zu halten, dann weißt das auf eine erhöhte Spannung deiner Augenmuskeln hin. Hierbei ist es besser die Übung nur so lange auszuführen wie dein Körper es zulässt. Achte darauf , dass du weiterhin atmest und nicht die Luft anhälst.
  • Für den Anfang rate ich dazu die Übung möglichst täglich über einen Zeitraum von vier bis 6 Wochen oder länger anzuwenden. Somit gibst du deinem Körper genug Zeit, um zu regenerieren und den Heilungsprozess anzuregen. Wendest du zu Beginn die Nervendehnung unregelmäßig und nur nach Bedarf an wird wohl eine Verbesserung und eine Linderung deiner Beschwerden eintreten, jedoch nicht auf Dauer. Diese Faustregel, lässt sich im Grunde auf alle Übungen, Therapien und unterstützenden Methoden übertragen.
  • Wende nur eine der Übungen ein bis zweimal am Tag an.
  • Weniger ist mehr, auch wenn diese Übungen unscheinbar wirken mögen, haben Sie doch eine große Wirkung auf dein Nervensystem.

Ausführung in Seitneigung

Nehme eine bequeme Position im Sitzen oder Stehen ein. Der Blick nach rechts leitet die Bewegung ein dann neige deinen Kopf zur rechten Seite (siehe Bild, das rechte Ohr geht zur rechten Schulter; achte darauf das deine Schulter unten bleibt). Für den Anfang kannst du mit dem Zeigefinger dein Kinn vorne fixieren um eine Drehbewegung zu verhindern. Bevor du die Seite wechselst richte deinen Blick für einen Moment geradeaus. Variante z.B. Blick nach rechts und neige den Kopf nach links, die restliche Ausführung bleibt wie gehabt, siehe oben Basisübung.

Ausführung im Vierfüßlerstand

Stütze dich auf deinen Händen und Knien ab (Vierfüßlerstand), dabei sind die Hände unter den Schultern und die Knie unter den Hüften. Der Blick nach rechts leitet die Bewegung ein, dann neige deinen Kopf zur rechten Seite (Ohr geht zur Schulter, Kinn bleibt gerade). Bewege auch dein Becken ein Stück nach rechts, somit verkürzt sich die rechte Körperhälfte und es entsteht auf der linken Körperhälfte eine leichte Dehnung. Das verschafft dem Nervenverlauf Platz, er wird besser durchblutet und kann seiner Arbeit nachgehen.

Quelle: Stanley Rosenberg, der Selbstheilungsnerv

Narben können sich mit den Jahren zu Störfeldern im Körper entwickeln und daher mit die Ursache für zahlreiche Beschwerden sein.

Folgende Narben verursachen gerne Beschwerden:

  • nach einer Muttermalentfernung
  • von Warzen aus der Kindheit
  • im Bauchraum und Unterleib
  • die quer verlaufen
  • die unscheinbar wirken

Möglich ausgelöste Beschwerden / Krankheiten:

  • Beschwerden am Bewegungsapparat
  • Gelenkbeschwerden
  • Verdauungsprobleme
  • Stimmungsschwankungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Unfruchtbarkeit
  • Allergien
  • und Viele mehr

Folgende Merkmale weißen auf eine Störende Narbe hin

  • Jucken
  • Kribbeln
  • Wetterfühligkeit
  • Hautveränderungen

Wie kommt es dazu?
Ist die Wundheilung der Narbe abgeschlossen, wird diese nicht mehr versorgt und das Gewebe ist quasi wie tot. Ein optimaler Energie- und Informationsaustausch im Gewebe findet nicht mehr statt.
Das Narbengewebe kann keine Informationen aufnehmen, weshalb Meldungen an andere Schwachpunkte im Körper abgeleitet werden.

Liegt die Narbe auf einem Meridian (in der Chinesischen Medizin besitzt jedes Organ eine Energiebahn), kann eine quer verlaufende Narbe die Energiebahn unterbrechen, da diese Längs im Körper verlaufen. Die Energie fließt nur bis zur Narbe und kann nicht über sie hinweg fließen.

Mittels folgender Möglichkeiten kannst du Narben entstören:

  • vom Arzt /Heilpraktiker /Physiotherapeuten ein örtliches Betäubungsmittel auftragen oder unterspritzen lassen.
  • Eine wasserhaltige Creme (z.B von Nivea) auftragen und ein Stückchen Alufolie auf die Narbe legen. Durch den hohen Wasseranteil wirkt die Creme als Leitmittel für den Energieaustausch und die Alufolie dichtet ab. Für ca.2-3 Stunden tragen. Ist die Creme eingezogen, fällt die Alufoloie von alleine ab. Über Nacht kann ich diese Art der Narben-Entstörung nicht empfehlen!
  • Die Narbe ohne Gleitmittel in alle Richtungen bewegen (es darf kein Schorf mehr vorhanden sein), massieren und leicht zwicken, um Verfilzungen in den Faszien zu lösen. Wichtig hierbei ist, dass es schmerzfrei und angenehm sein sollte. Setzt du zu starke Reize, kann es zu Unwohlsein, Übelkeit, Kopfschmerzen und anderen Begleiterscheinungen kommen (Reizverarbeitung findet über das Vegetative Nervensystem statt). Diese werden zwar bald wieder vergehen, können und sollten jedoch vermieden werden. Für den Ernstfall empfehle ich dir viel Wasser zu trinken und dich auszuruhen, bis sich die Symptome wieder normalisiert haben. Beim nächsten Mal einfach vorsichtiger an die Sache herangehen! Dauer: möglichst täglich für 5 bis 10 Minuten.
  • Dehnübungen & Fasziengymnastik, bringen das Narbengewebe in Bewegung, somit können sich die Verfilzungen im Gewebe lösen.
  • Rohmaterial von Paljari.net

Sollte eine Narbe für deine Beschwerden verantwortlich sein, wird sich eine sofortige Verbesserung der Beschwerden einstellen (Sekundenphänomen). Es kann jedoch sein, dass je nach Symptomen, die deine Narbe auslöst, eine lokale Behandlung deiner Beschwerden zusätzlich notwendig ist.

Anwendungsdauer:

Für den Anfang rate ich dazu die Narbe täglich für 10 -14 Tage lang  zu entstören. Somit bekommt der Körper genügend Zeit, um auf die entstörte Narbe mit Langfristigkeit zu reagieren. Stellst du eine eindeutige Verbesserung deiner Beschwerden fest, kannst du die Narbe in längeren Zeitabstände entstören.

Anscheinend gibt es noch keine Möglichkeit Narben auf Dauer zu entstören, sollte dir eine bekannt sein, bin ich für Neue Möglichkeiten dankbar und freue mich auf deine Antwort.

Anmerkung:

Es geht hierbei nicht um das äußere Erscheinungsbild der Narbe, sondern um ihr Innenleben. Je älter eine Narbe ist, desto wahrscheinlicher ist eine Störung möglich.

Quelle: INOMT, MT-Kurs

In der Ruhe liegt die Kraft

Da unser Atemrhythmus unterbewusst abläuft, bekommen wir die meiste Zeit gar nicht mit, dass wir überhaupt atmen. Dadurch atmen wir zu oberflächlich, kurz und unregelmäßig. Wir haben verlernt bewusst zu atmen und dadurch eines der mächtigsten Werkzeuge das uns zur Verfügung steht zu nutzen. Wird es dem Körper zu viel holt er sich durch Seufzen, Stöhnen, tiefes Durchatmen seine zusätzlichen Sauerstoffreserven. Er verlangt nach Aufmerksamkeit, aktiver Unterstützung oder einer kurzen Pause. Der Effekt hierbei ist, das der Körper besser mit Sauerstoff versorgt wird, dass regt die Durchblutung und die Selbstheilungskräfte an. Alles was der Körper nicht mehr braucht wird zum Teil in Kohlendioxid umgewandelt und durchs Ausatmen ausgeschieden. Wir nehmen die Signale des Körpers meist nicht wahr deshalb kann allein kurzes Innehalten und den Signalen des Körpers Aufmerksamkeit zu schenken schon viel bewirken. Der Atemrhythmus nimmt einen großen Einfluss auf deine körperliche Verfassung. Durch tiefes, gleichmäßiges und ruhiges Atmen kannst du deine körperliche, geistige und seelische Verfassung positiv beeinflussen.

Was kannst du tun?

  • Beginne, deinen Atemrhythmus zu beobachten und wahrzunehmen.
  • Lerne, deinen Atem natürlich fließen zulassen und spüre, wie sich dein Körper durch die Atmung selbst reguliert.
  • Streck dich mehrmals am Tag und gehe bewusster durch´s Leben.
  • Finde deine Art zu Atmen.

Vier Atemübungen, die dich mal eben runter holen

Ein paar Infos vorab:

  •  Für den Anfang ist es ratsam mit einer gewissen Naivität und Ahnungslosigkeit an die ganze Sache heranzugehen. Fängst du an dich zu verkopfen, ob du dies und jenes richtig machst, wird dein Verstand gleich wieder aktiv. Versuche deinem Körper zu vertrauen. Höre auf zu analysieren und probiere einfach aus, du kannst nichts falsch machen. Lässt der Verstand dir keine Ruhe, wehre dich nicht dagegen. Manches ist Ihm zu einfach, dann wird Ihm langweilig und er verlangt nach Beschäftigung. Bleibe in der Beobachterposition und konzentriere dich auf deine Atmung.
  • Freestyle ist erwünscht, wende die Übungen individuell je nach Tagesform an.

1. Bewusst Atmen / komme zurück ins Hier und Jetzt

Mache es dir mehrmals am Tag zur Gewohnheit und Atme bewusst tief durch die Nase ein und lange durch den Mund wieder aus. Hierbei ist ein physiologischer Atemstop von ca. 2 Sekunden nach der Einatmung natürlich. Da die Ausatmung länger andauern sollte als die Einatmung empfehle ich dir durch einen leicht geöffneten Kussmund oder einem Vokal (a,e,i,o,u) auszuatmen. Konzentriere dich dabei auf deinen Körper, beobachte und folge deinem Atemrhythmus ohne zu bewerten. Du wirst merken, wie dein Körper sofort darauf reagiert und du ruhiger wirst.

  • Du wirst dich klarer und wacher fühlen
  • Kannst dich wieder auf das Wesentliche konzentrieren.
  • Gewinnst Abstand von belastenden / anstrengenden Situationen
  • Kannst wieder Herr der Lage werden (Beobachterposition)
  • Frischekick für Zwischendurch

2. Atemübung Quadrat / Raus aus dem Gedankenkarusell

Nehme im Sitzen oder Liegen eine bequeme Position ein und stelle dir im Geist ein Quadrat vor. Mit jedem Atemzug und der darauffolgenden Atempause fährst du das Quadrat ab. Mit der Einatmung fährst du die ersten beiden Schenkel ab, mit der Ausatmung die nächsten beiden. Wiederhole diesen Atemzyklus 8 – 10 Mal. Sollte dein Quadrat am Anfang nicht gleichförmig sein ist dies ganz normal und kommt meist davon, dass dein Geist und dein Atemrhythmus / Körper nicht ganz im Einklang sind.

Dann stellst du dir vor, wie die Ecken des Quadrates rund werden und aus dem Quadrat ein Kreis (Oval) entsteht. Beobachte deinen Atem ohne zu bewerten.

Das Gute an dieser Atemübung ist, dass dein Geist beschäftigt wird und du Abstand von deinen Gedanken bekommst. Ich mache diese Übung ganz gerne wenn ich mich entspannen möchte und mein Geist noch zu aktiv ist.

3. Zwerchfellmobilisation / Atme dich frei von Verspannungen

Bei ruhiger Atmung leistet das Zwerchfell (Hauptatemmuskel) ca. 75 % der Arbeit. Es besteht aus drei Anteilen und verläuft von der Halswirbelsäule bis hinunter zur Lendenwirbelsäule / Beckenboden. Direkt und indirekt steht es mittels Bänder, Faszien (Bindegewebe) und Muskeln mit den Organen, der Wirbelsäule und den Gelenken in Verbindung. Da wir die meiste Zeit unseres Tages in gebückter, sitzender Haltung verbringen und zu oberflächlich atmen, verspannt und verkürzt sich die ventrale Kette (Vorderseite des Körpers). Das hat zur Folge, dass sich das Zwerchfell verspannt. Mit der Zeit wird der natürliche Atemfluss blockiert / unterdrückt und eine optimale Versorgung unseres Körpers findet nur mehr auf Sparflamme statt.

Übung

Teste vorab, ob dein Zwerchfell verspannt ist. Lege hierzu deine Hände rechts und links unterhalb deiner Brust auf den Rippenbogen. Versuche nun deine Fingerbeeren unter den Rippenbogen zu schieben. Ist dies kaum möglich und es kommt dir ein hoher Widerstand entgegen scheint das Zwerchfell verspannt zu sein.

Lege für die Mobilisation deine Hände rechts und links auf den Rippenbogen, so dass die Fingerspitzen zueinander schauen. Übe während der Ausatmung mit beiden Händen leicht Druck auf die Rippenbögen aus, so als würdest du deine Hände zusammendrücken wollen. Halte während der  Einatmung den Druck. Mit jeder Ausatemphase kannst du den Druck leicht erhöhen. Wiederhole diesen Ablauf 5 Mal und löse danach schnell den aufgebauten Druck mit der Ausatmung. 

Wichtig: Bei dieser Übung darfst du oberflächlich durch die Nase ein- und ausatmen (atmest du zu tief in deine Hände kommt dir unnötiger Widerstand entgegen).

  • Löst Verspannungen im gesamten Oberkörper
  • Regt die Versorgung der Organe an
  • Verbessert die Konzentration

 4. Den Atem im Körper ausdehnen / Verspannungen und Schmerzen ausatmen

Bring dich in eine bequeme Position, leite die Übung mit ein paar tiefen Atemzügen ein. Spüre wie sich bei der tiefen Einatmung zu erst der Bauchraum und dann der Brustkorb anhebt und mit Luft füllt. Klappt die Bauchatmung nicht auf Anhieb kommt das daher das du verlernt hast deinen Atem bewusst zu lenken um tiefer atmen zu können. Stell dir einfach vor du bläst einen Ballon auf und lässt die Luft wieder heraus. Du wirst sehen, mit ein bisschen Übung klappt das fast wie von allein. 

Im zweiten Schritt, stelle dir vor wie sich dein Atem während der Einatmung in verschiedene Bereiche deines Körpers oder im ganzen Körper ausdehnt. 

Im dritten Schritt und mit ein bisschen Übung, lenke deinen Atem bewusst an Körperstellen wo du Schmerzen, Verspannungen oder Unwohlsein verspürst. Stell dir mit jeder Ausatmung  vor, wie du dich immer mehr entspannst und alle Schmerzen und Beschwerden ausatmest. 

Was ist Faszientraining?

Der Hype um die Faszien hält nun schon einige Jahre an. Im Grunde ist Friedrich Ludwig Jahn, auch „Thurnvater Jahn“(1778-1852) genannt, Vorreiter der heutigen Faszien-Bewegung. Ebenso Ilse Schuh, die ihr gesammeltes Wissen zu Faszien im Buch „Bindegewebsmassage / ein Lehrbuch für Ausbildung und Praxis“  1986 zusammentrug und veröffentlichte.

Ich kann mich noch gut an meine ehemalige Sportlehrerin in der Grundschule erinnern. Sie war eine leidenschaftliche Turnerin, und entstammt der Nachkriegsgeneration, geprägt durch die Turnerbewegung. Die damals im Sportunterricht eingeübten Bewegungsabläufe haben mir schon als Kind Freude bereitet und mich bis zum heutigen Tag geprägt. Wie sich nun herausstellt sind die damaligen Bewegungsübungen immer noch Brand aktuell.

Das Fasziensystem

Wird auch Binde- und Stützgewebe genannt, besteht aus Kollagen – fasrigem Bindegewebe (Kollagen ist ein strukturgebundenes Protein). Wie eine Art Spinnennetz durchzieht es unseren gesamten Körper. Es umhüllt unsere Organe, Nerven, Knochen, Muskeln, Blutgefäße usw.. Im Laufe des Lebens verändern sich die Faszien und können durch eine naturgegebene, sinkende Produktion des Strukturproteins Kollagen verfilzen. Bewegungsmangel, einseitige- und unphysiologische Bewegungsabläufe, begünstigen diesen Prozess. Das Fasziengewebe freut sich daher über jede neue Information von Bewegungen und Ausgangspositionen. Verschiedene Winkel zu spüren macht uns elastisch, hält uns beweglich und beugt Verletzungen vor. Neue Bewegungsrichtungen bewusst wahrzunehmen, sorgt sowohl im Körper, als auch im Geist für Entspannung.

Faszinierend ist auch, dass Sie ein eigenständiges Organ mit zahlreichen Nervenden, Schmerz- und Bewegungssensoren sind. Diese regulieren und speichern unsere Körperhaltungen und unsere Bewegungsabläufe. Zudem speichern sie auch unsere Emotionen. Somit bilden Sie eine Brücke zwischen unseren Gefühlen und unseren Körperempfindungen. Aufgrund dessen kann uns eine Erfahrung aus der Kindheit, welche wir in selber oder ähnlicher Form im hier und jetzt erleben, eine dazu abgespeicherte Körperposition einnehmen lassen. Mit den zu dieser Erfahrung verknüpften Emotionen verhält es sich ebenso. Auch sie können wieder hoch kommen. Umgekehrt kann auch die Körperhaltung entsprechende Emotionen hervorrufen. Denkst du über etwas Vergangenes nach, lebt auch dein Körper während dessen in der Vergangenheit. Die gute Nachricht ist, das jedes gespeicherte Körpermuster bis ins hohe Alter veränderbar ist.

Einfach und doch genial

Zirkeltraining, Standwaage, Kniebeugen & Co sind nach wie vor eines der effektivsten Trainings- und Übungseinheiten. Der kleine, feine Unterschied hierbei liegt in der Ausführung der Bewegungsabläufe. Um das Fasziensystem zu stimulieren, braucht es zum Teil  lockere, geschmeidige, schwingende Bewegungsabläufe. Als hätte man ein rohes Ei unter den Füßen.

Dir altbekannte Dehnungen wendest du nicht wie bisher nur für ca 30 sek. an sondern für 2 – 3 Minuten. Bezieh auch während einer Dehnung deinen Rücken mit ein und achte darauf das du die Dehnung mit einem möglichst geraden Rücken ausführst. Somit löst du gleichzeitig die Verfilzungen an den Rückenfaszien, regst die Versorgung der Extremitäten (Arme, Beine) und der Organe an.

Zum anderen bekommt das Fasziensystem durch gezielte Stabilisations- und Gleichgewichtsübungen, die ohne viel Kraftaufwand aus der Eigendynamik heraus ausgeführt werden, die nötige Spannung zurück. Es soll schließlich wie ein Schutzkorsett von innen wirken können. Hierbei geht es nicht um Muskelaufbau, sondern vielmehr um Aktivierung und Stimulation.

Fasziengymnastik während der Schwangerschaft

Aus eigener Erfahrung heraus kann ich es dir wärmstens empfehlen auch während der Schwangerschaft die Fasziendehnungen und die Übungen anzuwenden. Es hilft dir sowohl bei Übelkeit, Unwohlsein, Rückenschmerzen und sonstigen Schwangerschaftsbeschwerden. Und bereitet dich zusätzlich auf die körperliche Anstrengung einer Geburt vor. Achte steht darauf zu spüren was dein Körper braucht und was dir gut tut. Die Häufigkeit und Intensität der Workouts kannst du selbst am besten bestimmen.

Tolle Workouts dazu findest du z.B bei YouTube, „Faszien – Fitness ohne Hilfsmittel“, „Faszien Pilates“ und viele weitere Videos von Gabi Fastner, Fasziendehnungen und weitere Workouts wie „effektive Fasziendehnung“ von Liebscher & Bracht

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